anschlussfrei7
Icon_Drucken

Seite drucken

Icon_Empfehlung

Seite empfehlen

>Startseite >Telefonie >ISDN

ISDN-Anschluss

ISDN ist der digitale Telefonanschluss. Ursprünglich stand die Abkürzung für “Integriertes Sprach- und Datennetz”. Heute steht die Abkürzung ISDN für “Integrated Services Digital Network”. Vorreiter beim ISDN war die deutsche Bundespost, die 1989 nach erfolgreichen Feldversuchen ISDN nach dem Standard 1TR6 einführte. Seit Ende 1993 werden neue Anschlüsse nur noch nach dem internationalen Standard DSS1 (Euro ISDN) geschaltet. DSS1 wurde 1989 von 26 europäischen Netzbetreibern verabschiedet, ist aber inzwischen ein Weltstandard geworden. Mehr zur Geschichte des ISDN kann in diesem Artikel von Wikipedia nachgelesen werden.

Neben den beiden Standards für ISDN-Anschlüsse gibt es drei verschiedene Arten von ISDN-Anschlüssen:

  1. Den ISDN-Mehrgeräteanschluss, abgekürzt MGA. Es ist ein Basisanschluss, mit dem zwei Gespräche gleichzeitig geführt werden können. Angeschlossen werden können bis zu 8 Endgeräte, der Anschluss hat mindestens drei von einander unabhängige Rufnummern, es sind maximal 10 Rufnummern möglich. Dies ist der häufigste Anschluss, weshalb man einfach nur ISDN-Anschluss nennt.
  2. Den ISDN-Anlagenanschluss. Auch dies ist ein Basisanschluss für maximal 2 Gespräche gleichzeitig, es können aber mehrere Anschlüsse kombiniert werden, um die gewünschte Kapazität zu erreichen. Der ISDN- Anlagenanschluss ist technisch mit dem Mehrgeräteanschluss identisch, es werden jedoch Rufnummernblöcke zugeteilt. So könnte der Anschluss z.B. die Rufnummern 123450 bis 1234569 haben, also einen Zehnerblock. Am ISDN-Anlagenanschluss kann nur ein Endgerät betrieben werden, dies ist im Regelfall eine Telefonanlage.
  3. Den ISDN-Primärmultiplexanschluss, abgekürzt PMX. Diesen Anschluss gibt es nur als Anlagenanschluss. Mit ihm können 30 Gespräche gleichzeitig geführt werden. Der ISDN-Primärmultiplexanschluss kann aber auch als 2MBit-Datenleitung genutzt werden.

Im Folgenden soll es hauptsächlich um den ISDN-Mehrgeräteanschluss gehen. Bevor es um praktische Dinge wie Anschluss von Geräten geht, hier eine kurze Auflistung der wichtigsten Eigenschaften und Unterschiede zum analogen Anschluss. Der wichtigste Unterschied ist die digitale Übertragung von Sprache. Was so banal klingt, bringt eine Menge Unterschiede, denn die digitale Übertragung beginnt schon im Telefon.

Damit die digitalen Signale genutzt werden können, gibt es einen Netzabschluss, den NTBA (Network Termination BasisAnschluss). Er wandelt das auf 2 Drähten ankommende Signal (UK0) in ein für die Endgeräte einfacher zu nutzendes Signal um. Dieses Signal liegt auf einem vieradrigen Bus an, dem S0-Bus. Am NTBA können daher nur Telefone und andere Endgeräte mit S0-Schnittstelle betrieben werden, keine analogen Telefone!

Der digitale Datenstrom wird in drei Kanäle aufgeteilt. Das sind zwei B-Kanäle zu 64KBit/s, die zur Telefonie oder Datenübertragung genutzt werden können. Der Dritte ist der D-Kanal ist 16KBit/s schnell und dient der Übertragung von Verbindungsaufbaudaten.

Der NTBA hat einen 230V Anschluss, damit er angeschlossene Telefone speisen kann. Wird der NTBA nicht mit Strom versorgt, wird der S0 im sogenannten Notbetrieb betrieben. Dann funktionieren nur noch Endgeräte, die entweder über eine eigene Stromversorgung verfügen oder ihren Leistungsbedarf so weit reduzieren können, dass im Notbetrieb funktionieren.

In der Praxis ist es heute so, dass jedes ISDN-Endgerät eine eigene Stromversorgung (Netzteil) mitbringt. Auf die Versorgung des NTBA mit 230V kann daher fast immer verzichtet werden.

Telefon_NTBA
Telefon_NTBA_Buchsen

Die Unterseite des NTBA mit allen Anschlüssen im Detail:
In die Buchse AMT kommt das Anschlusskabel von der TAE-Dose zum NTBA rein. An die beiden S0 Buchsen können direkt ISDN-Endgeräte angeschlossen werden. Gut zu erkennen ist die Klappe, unter denen die Anschlüsse für einen externen S0-Bus liegen.

Anschlussbeispiele ISDN

Icon_Drucken
ISDN_Telefon_einfach

Die einfachste Variante:
Ein ISDN-Telefon wird direkt am NTBA betrieben.
Der NTBA wird mit seiner Amtsleitung in der mittleren F-Buchse der TAE-Dose angeschlossen, das ISDN-Telefon in eine der beiden ISDN/S0-Buchsen des NTBA. Da das ISDN-Telefon ein eigenes Netzteil hat (nicht eingezeichnet), benötigt der NTBA keine Stromversorgung.
Dem ISDN-Telefon ist die die eigene Rufnummer (MSN = Multiple Subscriber Number) ohne Vorwahl einzugeben.

Eine sehr weit verbreitete Variante:
Ein analoges Endgerät wird an einem a/b-Wandler betrieben.
Ein analoges Endgerät kann nicht direkt am NTBA betrieben werden. Hier wird ein a/b-Wandler benötigt, der die analogen Signale des “normalen” Telefons in digitale wandelt. Das TAE-Kabel wird im a/b-Wandler in die entsprechende F-Buchse angeschlossen. Der a/b-Wandler wird wie ein normales ISDN-Endgerät angeschlossen. Es ist möglich, gleichzeitig ISDN-Telefone und analoge Telefone am a/b-Wanlder zu betreiben.
Sowohl dem a/b-Wandler als auch ISDN-Telefon sind die Rufnummern (MSN = Multiple Subscriber Number) einzugeben, auf die sie reagieren sollen.

ISDN_Telefon_ab_wandler
ISDN_Telefon_PC

Eine weitere Variante:
Ein ISDN-Telefon und eine ISDN-Karte werden am NTBA betrieben.
Die ISDN-Karte wird direkt in den PC eingebaut. Sie wird wie ein ISDN-Telefon am NTBA angeschlossen. Die Internet- Verbindung wird als Verbindung im DFÜ-Netzwerk von Windows eingetragen. Näheres hierzu auf der Seite Schmalband Internetzugang.
Der ISDN-Karte braucht keine Rufnummer zugewiesen werden, wenn sie keine Anrufe oder Faxe entgegen nehmen soll. Es ist darauf zu achten, die Kanalbündelung (die Nutzung beider B-Kanäle zur Datenübertragung, dabei können doppelte Einwahlkosten entstehen!) zu deaktivieren, wenn man bei der Internetnutzung noch telefonisch erreichbar sein möchte.

Anschlussbeispiele ISDN und DSL

ISDN_DSL_NTBA

Die aktuell meistbestellte Warinate: ISDN und DSL
Mit DSL kommen zwei weitere Geräte dazu, der Splitter und das DSL-Modem.
Der Splitter ist eine Frequenzweiche und ersetzt die TAE- Dose. Der Splitter wird mit der TAE-Dose verbunden, der NTBA wird nun mit dem Splitter verbunden. Am NTBA können dann wie gewohnt ISDN-Endgeräte angeschlossen werden, in Beispiel links ist das ein ISDN-Telefon.
Der Splitter hat eine weitere Buchse für das DSL-Modem. In die DSL-Buchse kommt das graue DSL-Kabel, das beim DSL Modem ebenfalls in die DSL-Buchse kommt. Der PC wird üblicherweise mit einem LAN-Kabel (Ehternet) verbunden. Beim PC ist darauf zu achten, dass die LAN- Buchse nicht der gleich aussehenden Buchse einer ISDN- Karte verwechselt wird.

ISDN und DSL mit Sphairon NT1+
Viele Neukunden der Telefongesellschaften möchten trotz ISDN gerne vorhandene analoge Telefone, Anrufbeantworter oder Faxgeräte weiter nutzen. Neben Splitter und NTBA wird in einem solchen Fall ein a/b- Wandler oder eine Telefonanlage benötigt. Das sind dann gleich drei neue Geräte für den Kunden. Der deutsche Ausrüster Sphairon hat ein Kombigerät NT1+ im Programm, dass neben Splitter und NTBA auch einen Wandler enthält. Arcor nennt das Gerät Starterbox, bei Versatel heißt es Versatelbox - die beiden Geräte sind aber bis auf das Firmenlogo identisch.
Am NT1+ können sowohl analoge als auch ISDN-Geräte betrieben werden. Das DSL-Modem wird wie gewohnt mit der DSL-Buchse verbunden. Der NT1+ benötigt zum Betrieb immer 230 Volt.

ISDN_DSL_Starterbox

Links ein Sphairon NT1+ in der Ausführung als Arcor Starterbox.

Ganz links ist die DSL-Buchse, daneben der Anschluss AMT für die TAE-Dose und daneben 2 S0-Buchsen. Auf der rechten Seite befinden sich die TAE-Buchsen für 2 Leitungen. Die rechte Buchse ist universell kodiert, es passen sowohl F als auch N-Stecker.

ISDN_NT1p

Seite drucken

Icon_Empfehlung

Seite empfehlen

Icon_Mail

Mail an Anschluss-Frei!

 

(c) 2012 Holger Pellmann. Alle Bilder und Texte sind urheberrechtlich geschützt. Gewerbliche Nutzer: Bitte Nutzungsbedingungen im Impressum beachten.
Der Autor nutzt und empfielt SeaMonkey deutsch.

SeaMonkey deutsch: Einfach sicher im Internet
468x60a