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Das grosse TAE-Spezial

Der Name TAE steht für Telekommunikations Anschluss Einheit. Die TAE-Dosen wurden in Deutschland Ende der 80er eingeführt. Sie werden teilweise auch in Liechtenstein und Luxemburg verwendet. Das österreichische TDO-System ähnelt dem TAE-System, ist aber nicht kompatibel und verwendet 10 statt 6 Kontakte.

Die TAE-Dose wird heute als Netzabschluss-Einheit für analoge Anschlüsse ebenso wie für ISDN oder entbündeltes DSL eingesetzt. Bis zur 1. Dose im Haushalt sind Arbeiten an der Leitung nur dem Betreiber der Leitung erlaubt, dies ist in fast allen Fällen die Deutsche Telekom. Diese 1. Dose wird daher häufig auch Monopoldose genannt und oft mit dem Schriftzug “1.” auf der Dose gekennzeichnet.

In der ersten Dose ist ein Passiver PrüfAbschluss (kurz PPA) enthalten. Dies ist eine Diode, die in Sperrichtung betrieben wird und ein 470kOhm Widerstand. Durch Anlegen einer verpolten Speisung kann gemessen werden, ob die Leitung vom HVT bis zur Dose fehlerfrei ist.

Telefon_ppa

Schaltbild des PPA. Der rechte PIN ist unbeschaltet und dient nur der Fixierung.

Telefon_TAE_Wand
Telefon_TAE_offen

Eine TAE-Dose hat mindestens eine F-Buchse (F für Fernsprecher) an die ein Telefon angeschlossen werden kann. Es gibt auch N-Buchsen (N für Nicht-Fernsprecher oder Nebengerät), die für den Anschluss von Gebührenzählern, Anrufbeantwortern oder Modems gedacht sind. Die Beschaltung der Buchsen ist immer gleich, die Kodierung ist eine rein mechanische Kodierung.

Auf häufigsten sind NFN-Dosen im Einsatz, die den Anschluss von einem Telefon und zwei Nebengeräten ermöglichen.

Die Federkontakte in der TAE-Buchse schließen, wenn kein Stecker eingesteckt ist und leiten so das Signal a und b weiter zur nächsten Buchse. Im eingesteckten Zustand leiten Nebengeräte das Signal wieder zur Dose zurück. Ein Telefon macht das nicht, daher die Unterscheidung zwischen N und F-Kodierung. Während N- und F-Stecker eine identische Belegung haben, ist dies bei den Kabeln und Steckern nicht der Fall. Zur Belegung der Stecker und Kabel weiter unten noch mehr.

TAE_Dose_Schaltbild

Links: Die Schaltskizze einer einfachen TAE F Dose. An die Kontakte b2 und a2 kann eine weitere TAE-Dose geschaltet werden.

TAE_NFN_Dose_Schaltbild

Oben: Die Schaltskizze einer NFN-Dose. Die elektrische Reihenfolge der drei Buchsen entspricht nicht der Anordnung. Das Signal geht erst durch beide N-Buchsen, bevor es zur F-Buchse kommt.

TAE_Belegung_Buchse

Die Belegung der Buchsen einer TAE-Dose, Ansicht von vorne.

Kontakt

Bezeichnung

Bedeutung

1

La

Leitung a der TAL, Potential -60V

2

Lb

Leitung b der TAL, Potential Erde

3

W

Wecker, Zweitklingel

4

E

Erde, Die Erdtaste am Telefon wurde früher von Nebenstellenanlagen z.B. zur Amtsholung genutzt.

5

b2

Weiterführende B-Leitung

6

a2

Weiterführende A-Leitung

TAE-Stecker und Kabel

TAE_Belegung_Stecker

Die Belegung der TAE-Stecker, Ansicht von vorne.

Der TAE-Stecker wird durch Nasen F oder N kodiert. Je nach dieser Verwendung sind unterschiedliche Kontakte belegt.

Beim F-Kabel werden die Signale La, Lb sowie Erde und Wecker zum Telefon geführt. Bei modernen Telefonen werden häufig nur noch La und Lb zu Gerät geleitet.

Beim N-Kabel sind die Kontakte für La, Lb sowie a2 und b2 belegt. Die Verwendung von Erde und Wecker sind möglich, aber unüblich.

Telefon_TAE-Stecker

TAE-F Stecker eines preiswerten Telefons. Man kann sehr gut erkennen, dass bei diesem Stecker die Kontakte 3 und 4 für Wecker und Erde fehlen.

Telefon_TAE-RJ11

Während der TAE-Stecker also einheitlich belegt ist, herrscht dahinter fröhlicher Wildwuchs. Zwar hat sich im Laufe der Zeit der für Telefonanschlüsse international übliche RJ11 Stecker durchgesetzt, aber dessen Pinbelegung ist sehr uneinheitlich.

Der RJ11-Stecker, auch als Western-Stecker bekannt, kommt als kleiner durchsichtiger Plastikstecker daher. Seine Kontakte sind im Gegensatz zum TAE-System vergoldet. Die Verbindung zwischen Kabel und Stecker erfolgt durch Quetschen mit Hilfe spezieller Crimpzangen. Das Crimpen ohne diese Zange ist möglich, aber liefert selten gute Ergebnisse und ist nicht ungefährlich.

Nachfolgend eine Tabelle der gängigen Belegungen des RJ11 Steckers. Eine Besonderheit gibt es bei N-Kabeln für analoge Modems, auf die geht ein Absatz weiter unten gesondert ein.

RJ11

Der RJ11 Stecker als Schema. Die Einrastzunge aus Kunststoff zeigt nach unten.

RJ11 Steckerbelegung

6

5

4

3

2

1

F-Kabel Telekom/Siemens

-

La

W

E

Lb

-

F-Kabel Import

-

W

Lb

La

E

-

N-Kabel Anrufbeantworter, Modem (alt)

-

b2

Lb

La

a2

-

N-Kabel Modem neue, Brücke im N-Stecker

-

-

La

Lb

-

-

Universalkabel U-kodiert

W

a2

La

Lb

b2

E

Besonderheiten beim N-Kabel für analoge Modems

Bei älteren Modems (in der Regel mit ZZF/BZT/BAPT-Zulassungsnummer) wurde die Anschlussleitung im inaktiven Zustand mittels eines Relais überbrückt. Man konnte bei der Einwahl eines solchen Gerätes das Anziehen dieses Relais (Unterbrechen der Anschlussleitung) hören. Diese Modems benötigen ein N-Kabel, dass die Signale La, Lb, a2 und b2 an das Gerät heranführt. Die entsprechende Steckerbelegung in der Tabelle oben gelb makiert.

Bei neueren Modems nach europäischer Zulassungsnorm CTR21 (darunter sämtliche in Notebooks eingebauten) wird dieses Relais eingespart und sie werden nur zweipolig angeschlossen. Man erkennt diese Geräte am CE-Zeichen auf der Geräteunterseite. Damit ein solches Modem als N-Gerät das dahinterliegende Telefon nicht abschaltet, ist ein spezielles gebrücktes Modemkabel erforderlich, bei dem die Kontakte La und a2 sowie Lb und b2 durch zwei Drahtbrücken im TAE-N-Stecker überbrückt sind.
Nachteil: Durch die parallel geschalteten Endgeräte, wie zum Beispiel ein Telefon, kann es wegen der dadurch erzeugten Stichleitungen zu Störungen oder Abbrüchen in der Übertragung kommen. Es ist daher dringend darauf zu achten, dass kein anderes Gerät gleichzeitig genutzt wird.

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